Ambulantes pneumologisches Schlaflabor am Marienhospital
Seit 2003 betreiben wir im Marienhospital Osnabrück ein ambulantes Schlaflabor.
Das Schlaflabor befindet sich auf der Ebene D3.
Im Jahr 2006 haben wir unser Schlaflabor auf 5 Plätze und 2009 auf 6 Plätze erweitert.
Ferner gibt es eine Kooperation mit der Kinderklinik des Marienhospital, die
in den Räumen des Schlaflabors eine pädiatrische Untersuchungseinheit
betreibt. Ansprechpartner ist hier OA Dr. Andreas Faber.
Wen betrifft's?
Das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) ist eine Erkrankung mit hoher Häufigkeit in der Bevölkerung - ca. 2 % Frauen und 4 % Männer im Alter von 30 bis 60 Jahren - und damit die häufigste Form schlafbezogener Atmungsstörungen bzw. Störungen der Schlaf- Wach- Regulation im Allgemeinen. Seit etwa 25 Jahren werden die Zusammenhänge zwischen gestörten Schlaf-, Atmungs- und Kreislauffunktionen systematisch erforscht. Es gibt daher international anerkannte Standards für Diagnostik und Therapie.
Was geht da vor sich?
Der dynamische Vorgang des Schlafens ist gekennzeichnet durch einen Wechsel zwischen Ruhe und Aktivität, Spannung und Entspannung. Bei der obstruktiven Schlafapnoe liegt eine Fehlfunktion vor, bei der es im Schlaf zu einer Koordinationsstörung der an der Atmung beteiligten Muskelgruppen kommt.
Die Muskulatur des Schlundes erschlafft und verlegt die oberen Luftwege mit der Folge wiederholter Atemaussetzer. Die daraus resultierenden Sauerstoffentsättigungen des Blutes führen zu einer Weckreaktion (Arousal) mit Aktivierung der Atemmuskulatur, sowie des Herz-/Kreislaufsystems mit nachfolgend gesteigerter Atmung. Dieses geschieht in der Regel ohne bewusstes Wachwerden.
Durch die häufige Abfolge von Atmungsstörungen und Änderungen der Vigilanz wird die normale Schlafstruktur zerstört, es kommt zu einer Schlaffragmentierung mit Verlust der Erholungsfunktion. Gleichzeitig treten erhebliche thorakale Druckschwankungen mit Beeinträchtigung des Herz- Kreislaufsystems und deutliche Sauerstoffabfälle auf.
Was soll's?
Schlafapnoepatienten haben erwiesenermaßen vermehrt Herz- / Kreislauferkrankungen. Teilweise werden die Erkrankungen - arterielle oder pulmonale Hypertonie - durch die schlafbezogene Atmungsstörung direkt verursacht. Es bestehen gehäuft Linksherzvergrößerung, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und Schlaganfall. Zudem
sind die Patienten durch Störung der Schlaf- Wach- Regulation leistungsgemindert und durch Schläfrigkeit am Tage erhöht unfallgefährdet.
Die Patienten haben einen häufig einen erheblichen Leidensdruck, weil sie durch Fehlen eines erholsamen Schlafes in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sind.
Was ist zu tun?
Leitsymptom ist lautes und unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen, sowie eine gesteigerte Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Häufig kommt die Krankheit bei Patienten mit Übergewicht, schwer einstellbarem Hypertonus und fehlender Nachtabsenkung, sowie bei Patienten mit KHK oder Diabetes mellitus vor.
Diese Patienten sollten einer Schlafuntersuchung zugeführt werden.
Dabei wird zunächst eine Screeninguntersuchung mit einem tragbaren Gerät durchgeführt. Die Anmeldung hierzu erfolgt über unsere Praxis. Gleichzeitig ist eine pneumologische Untersuchung durchgeführt.
Ggf. ist eine kardiologische Umfelddiagnostik, sowie eine HNO- Untersuchung erforderlich.
Sofern sich in der Erstuntersuchung der Verdacht auf eine Erkrankung ergibt, folgt die polysomnographische Untersuchung im Schlaflabor.
Bei der Polysomnographie werden Hirnströme, Augenbewegungen, Beinbewegungen, EKG sowie Atemfluss, Sauerstoffsättigung, Schnarchlaute und Körperlage gleichzeitig aufgezeichnet.
Wenn sich in der Erstuntersuchung eine Erkrankung eindeutig feststellen lässt, erfolgt im Schlaflabor direkt die Therapieeinleitung.
Therapeutische Konsequenz
Die Therapie des OSAS hat zum Ziel, die nächtliche Atmungsstörung mit ihren schädlichen Auswirkungen auf das Herz-, Kreislaufsystem und die Leistungsfähigkeit des Patienten zu beseitigen.
In der Regel ist dafür die nasale Atemwegs-Überdruckbeatmung- nCPAP- erforderlich. Dabei wird nächtlich über einen kleinen Kompressor ein Überdruck erzeugt, der über eine Nasenmaske in die Atemwege appliziert wird. Dadurch entsteht eine Art pneumatische Schienung der oberen Luftwege im Bereich des Schlundes erreicht.
In einzelnen Fällen ist auch ein operatives Vorgehen indiziert.
Durch die Therapie ist eine Rückbildung der kardiovaskulären Begleiterkrankungen des OSAS möglich.
Resümee
Im Schlaflabor wird also nicht eine lästige Nebensächlichkeit diagnostiziert und therapiert, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die für die Betroffenen eine erhebliche Einschränkung und ein deutliches kardiovaskuläres Risiko bedeuten.
Letzte Aktualisierung: 30.06.2009
