Ambulante Schlaflabore

Seit 2003 gibt es im Marienhospital Osnabrück ein ambulantes Schlaflabor mit 6 Betten.
Das Schlaflabor befindet sich auf der Ebene D3.
Am Praxisstandort Bramsche gibt seit 2015 im Praxiszentrum Münsterstr. – 3.Etage – ein neu eingerichtetes Schlaflabor mit 4 Betten, welches zuvor seit 2010 im Krkhs. Bramsche lokalisiert war.

Im folgenden möchten wir einen kurzen Überblick über diese Methode geben.

 

Wen betrifft’s?

Das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) ist eine Erkrankung mit hoher Häufigkeit in der Bevölkerung- ca. 2 % Frauen und 4 % Männer im Alter von 30 – 60 Jahren – und damit die häufigste Form schlafbezogener Atmungsstörungen bzw. Störungen der Schlaf- Wach- Regulation in allgemeinen. Seit etwa 25 Jahren werden die Zusammenhänge zwischen gestörten Schlaf und Atmungs- und Kreislauffunktionen systematisch erforscht. Es gibt daher international anerkannte Standards für Diagnostik und Therapie.

 

Was geht da vor sich?

Der dynamische Vorgang des Schlafens ist gekennzeichnet durch einen Wechsel zwischen Ruhe und Aktivität , Spannung und Entspannung. Bei der obstruktiven Schlafapnoe liegt eine Fehlfunktion vor, bei der es im Schlaf zu einer Koordinationsstörung der an der Atmung beteiligten Muskelgruppen kommt. Die Muskulatur des Schlundes erschlafft und verlegt die oberen Luftwege mit der Folge wiederholter Atemaussetzer. Die daraus resultierenden Sauerstoffentsättigungen des Blutes führen zu einer Weckreaktion (Arousal) mit Aktivierung der Atemmuskulatur und nachfolgend gesteigerter Atmung, in der Regel ohne bewusstes Wachwerden (siehe Abb. 2). Durch die wiederholte von Atmungsstörungen und Änderungen der Vigilanz wird die normale Schlafstruktur zerstört, es kommt zu einer Schlaffragmentierung mit Verlust der Erholungsfunktion. Gleichzeitig treten erhebliche thorakale Druckschwankungen mit Beeinträchtigung des herz- Kreislaufsystems und deutlichen Sauerstoffabfällen auf.

 

Was soll’s?

Schlafapnoepatienten haben erwiesenermaßen vermehrt Herz- / Kreislauferkrankungen. Teilweise werden die Erkrankungen – arterielle oder pulmonale Hypertonie – durch die schlafbezogene Atmungsstörung direkt verursacht. Es bestehen gehäuft Linksherzhypertrophie, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und Schlaganfall.

Zudem sind die Patienten durch Störung der Schlaf- Wach- Regulation leistungsgemindert und durch Schläfrigkeit am Tage erhöht unfallgefährdet. Die Patienten haben einen erheblichen Leidensdruck, weil sie durch Fehlen eines erholsamen Schlafes in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sind.

 

Was ist zu tun?

Leitsymptom ist lautes und unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen sowie eine gesteigerte Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Häufig besteht die Krankheit bei Patienten mit schwer einstellbarem Hyertonus und fehlender Nachtabsenkung, sowie bei Patienten mit KHK und ausgeprägtem Risikoprofil (siehe Tabbelle). Diese Patienten sollten einer Polysomnoghraphie zugeführt werden. Dabei würde zunächst eine Screeninguntersuchung mit einem tragbaren Gerät durchgeführt. Gleichzeitig ist eine pneumologische und kardiologische Umfelddiagnostik, sowie eine HNO- Untersuchung erforderlich. Bei der Polysomnographie werden Hirnströme, Augenbewegungen, Beinbewegungen, EKG sowie Atemfluss, Sauerstoffsättigung, Schnarchlaute und Körperlage gleichzeitig aufgezeichnet.

 

Therapeutische Konsequenz

Die Therapie des OSAS hat zum Ziel, die nächtliche Atmungsstörung mit ihren schädlichen Auswirkungen auf das Herz-, Kreislaufsystem und die Leistungsfähigkeit des Patienten zu beseitigen. In der Regel ist dafür die nächtliche nasale kontinuierliche Atemwegs- Überdruckbehandlung – nCPAP- erforderlich. Durch diese wird eine Art pneumatische Schienung der oberen Luftwege im Bereich des Schlundes erreicht. In einzelnen Fällen ist auch ein operatives Vorgehen indiziert.

 

Resümee

Im Schlaflabor wird also nicht eine lästige Nebensächlichkeit diagnostiziert und therapiert, sondern eine erstzunehmende Erkrankung, die für die Betroffenen eine erhebliche Einschränkung und ein deutliches kardiovaskuläres Risiko bedeuten.